Vielseitigkeitsturnier Hornsmühlen – Gutshof-Ei Cup

FAQ

Was ist Vielseitigkeit?
Die Reitsportdisziplin Vielseitigkeit besteht aus drei Teilprüfungen: Dressur, Gelände und Springen. Ausgetragen werden die Prüfungen an ein (One-Day-Prüfung) bis drei Tagen.

Quelle: St.GEORG

Welche Bezeichnungen gibt es?
Internationale Vielseitigkeitsprüfungen werden als CIC bzw. CCI bezeichnet, die Abkürzung steht für „Concours complet international“. Ob es sich um eine kurze oder lange Prüfung handelt, sagt die Stelle aus, an der das „I“ steht. Ein CIC ist eine Kurzprüfung. CCI wird eine lange Prüfung genannt, die über mehrere Tage geht, immer in der Reihenfolge Dressur-Gelände-Springen. Die Geländestrecke ist länger als bei einer Kurz-Prüfung und es gibt mehr Hindernisse. Der Schwierigkeitsgrad ist allerdings derselbe wie in Kurzprüfungen (CIC), bei denen alle drei Prüfungen an einem Tag stattfinden können. Ein CICO/CCIO hat zusätzlich zur Einzelwertung auch eine offizielle Nationenpreiswertung. Eine nationale Prüfung bezeichnet man als CNC (kurz) oder CCN (lang).

Quelle: St.GEORG

Was bedeuten die Sterne, z.B. bei einem CIC**?
Im internationalen Sprachgebrauch kennzeichnet die Anzahl der Sterne die Klasse, in der die Prüfung ausgeschrieben ist:
* entspricht der Klasse L, **: Klasse M, ***: Klasse S.
CCI****-Prüfungen sind die anspruchsvollsten Events. Es gibt nur insgesamt sechs weltweit: Luhmühlen, Badminton und Burghley (GBR), Kentucky (USA), Pau (FRA) und Adelaide (AUS).

Quelle: St.GEORG

Was wird in den Teilprüfungen gefordert und wie werden sie gewertet?
Dressur: Die Anforderungen in der ersten Teilprüfung orientieren sich an denen der regulären Dressurprüfungen. Der Schwierigkeitsgrad ist allerdings nicht so hoch. Neben den Lektionen stehen in der Beurteilung besonders die Losgelassenheit und Frische im Vordergrund. Die Dressur ist immer die erste Teilprüfung einer Vielseitigkeit. Die Bewertung der Dressurvorstellung (in Prozent) wird in Minuspunkte umgerechnet: (100 – erreichte Prozentpunkte) x 1,5 = Minuspunkte.
Beispiel: Bekommt ein Reiter die Wertnote 7,5 sind das 75 Prozent. 100 minus 75 sind 25 mal 1,5 macht 37,5 Minuspunkte. Mit den Minuspunkten auf dem Konto gehen Reiter und Pferd dann in die nächste Teilprüfung. Ziel während der gesamten Prüfung ist es, so wenig wie möglich Minuspunkte zu sammeln (Pluspunkte gibt es nicht).

Gelände: In der Geländeprüfung (meist als zweite Teilprüfung ausgeschrieben) gilt es, einen Geländekurs mit festen Hindernissen zu absolvieren. Die Länge der Strecke, das geforderte Tempo und die Anzahl sowie der Schwierigkeitsgrad der Sprünge hängen von der Prüfungsklasse ab. Gewertet werden Hindernis- und Zeitfehler, die dann zu dem Dressurergebnis hinzu gerechnet werden. Die Startfolge im Gelände ist dieselbe wie in der Dressur. Die Geländeprüfung beginnt in einer Startbox. Nach einem Countdown starten Pferd und Reiter aus dem Halten. Bei Stilgeländeritten und Geländepferdeprüfungen gibt es eine Startlinie. Der Reiter galoppiert schon vorher an (fliegender Start).
Für die erste Verweigerung auf der Strecke kassiert der Reiter 20 Minuspunkte, für die zweite an demselben Sprung 40 Minuspunkte. Die zweite Verweigerung an einem anderen Sprung schlägt mit weiteren 20 Minuspunkten zu Buche. Die dritte Verweigerung führt immer zum Ausschluss. Löst das Pferd an einem beweglichen Hindernis den Sicherheitsmechanismus (z.B. MIM-System) aus, werden elf Strafpunkte angerechnet.
Für jede Sekunde über der Bestzeit (ergibt sich durch die Streckenlänge und das geforderte Tempo) werden 0,4 Punkte dazu addiert. Ein Sturz von Reiter und/oder Pferd führt zum Ausschluss. Gefährliches Reiten (wenig Kontrolle, Überforderung des Reiters und/oder Pferdes) kann mit einer Verwarnung, 25 Strafpunkten, dem Ausschluss oder einer Sperre geahndet werden. An jedem Hindernis protokollieren Hindernisrichter die einzelnen Ritte.

Springen: In der Teilprüfung (Parcours-)Springen liegt die Höhe der Hindernisse zwischen den Mindest- und Höchstabmessungen einer regulären Springprüfung. In der Vielseitigkeit werden im Schnitt zwei bis fünf Hindernisse mehr abgefragt.
Die Startfolge richtet sich nach dem Geländeergebnis: Der letztplatzierte Reiter nach dem Cross geht als Erster in den Abschlussparcours. Der Führende startet als Letzter – so bleibt die Spannung bis zum Schluss erhalten.
Für die Wertung zählen Hindernis- und Zeitfehler. Ein Abwurf bedeutet vier Fehlerpunkte, die erste Verweigerung ebenfalls. Bei nationalen Turnieren gibt es für die zweite Verweigerung acht Strafpunkte, die dritte führt zum Ausschluss. International ist die Prüfung schon bei der zweiten Verweigerung beendet. Pro Sekunde über der erlaubten Zeit wird ein Strafpunkt angerechnet. Ein Stechen gibt es nie. Bei Punktgleichheit entscheidet das bessere Geländeergebnis, dann die der Bestzeit nächste Zeit, dann das bessere Springergebnis. Findet die Springprüfung vor der Geländeprüfung statt (häufig bei One-Day-Events), ist ein Teilnehmer mit mehr als 16 Strafpunkten aus dem Parcours nicht für das Gelände zugelassen.
Gewonnen hat der Reiter, der nach allen drei Teilprüfungen am wenigsten Minuspunkte auf seinem Konto hat.

Quelle: St.GEORG

Was ist eine Verfassungsprüfung?
Vor der Dressur (bei Kurzprüfungen nicht vorgeschrieben) und nach der Geländeprüfung gibt es eine Verfassungsprüfung. Das Pferd muss an der Hand auf hartem Boden im Stand und auf der Geraden im Schritt und Trab vorgestellt werden. Die Richter sowie ein Tierarzt und ein FN-/FEI-Beauftragter beurteilen den Gesundheits- und Allgemeinzustand des Pferdes. Sie entscheiden, ob es den Anforderungen der Prüfungen gewachsen ist, und haben die Möglichkeit, es von der Prüfung auszuschließen. Sind sich die Verantwortlichen unsicher, kommt das Pferd zunächst in die Holding Box. Dort wird es vom Turniertierarzt untersucht und später erneut vorgestellt.

Quelle: St.GEORG

Welche besonderen Geländehindernisse gibt es?
  • Schweinerücken: geschlossener Sprung, Holzstoß
  • Haus/Dach: geschlossener Sprung in Haus-/Dachform
  • Wassersprünge: ins, im und aus dem Wasser heraus
  • Trakehnergraben: mit einem Baumstamm überbauter Graben
  • offener Graben: mit oder ohne Wasser, mit oder ohne anschließenden Sprung
  • Bank: Element in Form einer Sitzbank
  • Tisch: Holzplatte auf vier Beinen
  • Ecke: geschlossenes oder offenes dreieckiges, schmales Hindernis
  • Sunken Road: Tief- und Aufsprung in schneller Abfolge
  • Coffin: Hinderniskomplex (etwa 15 Meter lang) mit Senke – Einsprung, bergab, offener Graben, bergauf, Aussprung. Wird oft als das anspruchsvollste Hindernis im Gelände bezeichnet.
  • Normandie Bank: offener Graben, der direkt vor einem Aufsprung liegt
  • Tiefsprünge: Bergabsprung über eine Kante oder Sprung
  • Treppe: mindestens zwei Stufen bergauf oder bergab
  • Billard: ein Wall mit Aufsprung, auf dem Wall eventuell ein Hindernis, Tiefsprung
  • Eulenloch: hohes Hindernis aus Tannen- oder Laubzweigen mit Loch in der Mitte zum Durchspringen
  • Hecke: gibt es als Bürste oder als „Bullfinch“, bei dem das Pferd durch den der oberen Teil der Hecke „durchwischen“ kann.
  • schmale Elemente: Hoch- oder Hochweitsprünge, geschlossen oder offen, eckig oder rund

Quelle: St.GEORG

Was ist ein Chicken Way, auch Alternative genannt?
Bei anspruchsvollen Hinderniskomplexen baut der Kursdesigner einen oder mehrere alternative Sprünge ein, die einfacher gebaut sind – allerdings mit einem längeren Weg und somit mehr Zeitaufwand verbunden sind.

Quelle: St.GEORG

Welche Ausrüstung trägt der Reiter?
Für den Reiter sind ein Reithelm und eine Sicherheitsweste vorgeschrieben. Die Weste schützt die Wirbelsäule, und den Brustkorb. Mittlerweile tragen die meisten Reiter eine Airbag-Weste, die über einen Auslöser am Sattel befestigt wird und sich bei einem Sturz binnen Sekundenbruchteilen aufbläst. Eine Airbagweste schützt zusätzlich Nacken- und Steißbein des Reiters und schränkt ihn nicht in seiner Bewegungsfreiheit ein. Sporen und Springgerte sind erlaubt.

Quelle: St.GEORG

Welche Ausrüstung gibt es für das Pferd?
Als Beinschutz dienen Gamaschen, die speziell fürs Gelände hoch und gerade geschnitten sind und teilweise einen Fesselschutz haben. Mit Tape lassen sich die Gamaschen zusätzlich fixieren. Bandagen sind nicht fürs Gelände geeignet – zu groß ist die Gefahr, dass sie rutschen oder sich der Verschluss löst. Außerdem werden sie im Wasser nass und schwer. Damit das Pferd guten Halt hat, werden zwei bis vier Stollen (je nach Bodenbeschaffenheit in unterschiedlichen Längen und Stärken) an den Hufeisen befestigt.

Quelle: St.GEORG

Was ist das Besondere am Vielseitigkeitsreiten?
Die Vielseitigkeit wird auch als „Die Krone der Reiterei“ bezeichnet. Pferd und Reiter müssen sich in drei Disziplinen beweisen. Das erfordert Talent, eine breit angelegte Ausbildung, Mut, Geschicklichkeit und Ausdauer. Pferd und Reiter verbindet eine besondere Partnerschaft geprägt von hundertprozentigem Vertrauen – die Voraussetzung, um eine Geländeprüfung erfolgreich zu meistern. Geländereiten bedeutet Adrenalin, Emotion und Nervenkitzel pur.

Quelle: St.GEORG

Was ist das MIM-Safety-System?
Von höchster Stelle des Weltreitsportverbands FEI gab es nun die erste Zulassung für nachgebende Hindernisse in der Vielseitigkeit. Wer hat’s erfunden? In dem Fall die Schweden …

Wie www.pferdplus.at berichtet, ist ein in Schweden entwickeltes Sicherheits-Tool die erste Ausrüstung, welche die neuen Auflagen der FEI für nachgebende oder verformbare Geländehindernisse erfüllt.

„MIM Safe New Era Clip & Pin“ heißt die Einrichtung, die man sich so ähnlich vorstellen darf, wie einen abgewandelten Stangenhalter, nur dass dieser zum Beispiel einen dicken Baumstamm am Seitenteil hält. Ein Metallclip soll bei starker Krafteinwirkung von obven oder der Seite den Baumstamm oder das zu überspringende Hindernis frei gibt und nach unten fallen lässt. Das Prinzip soll sich für Steil- oder Tisch-Sprünge wie für Oxerähnliche Hindernisse eignen.

Jahrelang soll das Prinzip in Australien, den USA und in Schweden bereits getestet worden sein. Die Erfinder sind zwei schwedische Ingenieure Mats Björnetun und Anders Flogard, beide erfahrene Reiter, die sich auch mit Sicherheits-Entwicklungen in der Autoindustrie beschäftigt haben. Nachgebende Hindernisse sind im Vielseitigkeitssport dennoch umstritten. Mats Björnetun wird wie folgt zitiert: “„Ich freue mich natürlich sehr, dass die FEI diese strengen Spezifizierungen gesetzt und MIM als erste diesen wichtigen Meilenstein erreichte hat. Wir glauben, dass unsere beiden Produkte die Parcoursbauer mit großer Flexibilität ausstatten, aber damit ist unsere Arbeit nicht vorüber. Die Vielseitigkeit wird immer ein Risikosport bleiben, aber wir können mit technischem Know-how dieses Risiko auf das absolut mögliche Minimum herabsetzen, das war und ist unser Ziel. Rotationsstürze sind vermeidbar.“

Quelle: www.reiterrevue.de